9. - 28.7.2000
Um in der zur Verfügung stehenden Zeit möglichst viel zu sehen, holten wir uns zahlreiche Informationen z.B. aus Katalogen von Reisebüros, natürlich aus dem Internet und von Bekannten, die eine ähnliche Reise schon gemacht hatten. Nachdem wir in Erfahrung gebracht hatten, dass unsere Handys in den USA nicht funktionieren werden (keine Triple-Band Geräte), meldeten wir uns bei hotmail.com für einen gratis e-mail Account an, damit wir mit der Heimat kommunizieren können.
So stellten wir unsere Reiseroute zusammen:
Flug nach San Francisco - dort Übernahme des Leihwagens und weiter zum Yosemite Nationalpark - Mono Lake - Death Valley Nationalpark - Las Vegas - Zion Nationalpark - Bryce Canyon Nationalpark - Arches Nationalpark - Monument Valley - Lake Powell - Grand Canyon Nationalpark - über die Route 66 nach Los Angeles (Rückflug).
Obwohl es in den USA zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten gibt, gingen wir auf "Nummer Sicher" und bestellten in San Francisco, Las Vegas, Page (Lake Powell) und Los Angeles schon von Wien aus das Hotelzimmer vor (über Internet - kein Problem).
Dazu war es natürlich notwendig, genau zu planen, wann wir wo sein würden und wie lange unser Aufenthalt sein sollte. Dabei halfen Straßenkarten, Entfernungsangaben und natürlich wieder Menschen, die diese Reise schon gemacht hatten.
Das ist auch mit ein Grund, dass wir unsere Erfahrungen ins Netz stellen.
Der nächste Schritt war, das günstigste Mietwagenangebot ausfindig zu machen. Es lohnt sich, genaue Preisvergleiche anzustellen.
Dann wurden noch die Flüge gebucht und fertig waren unsere Vorbereitungen.
Ankunft in San Francisco. Nachdem wir die Flüge doch etwas zu spät gebucht hatten, bekamen wir nur einen Flug von Wien über Mailand und Detroit nach San Francisco und waren daher satte 22,5 Stunden unterwegs und dementsprechend müde. Dazu kam noch das rigorose Rauchverbot auf dem Flug und auch sonst überall (in allen Lokalen und im Hotel)!
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Besichtigung San Francisco: China Town, Financial District, Telegraph Hill, Fisherman’s Wharf, mit dem Cable Car durch die Hyde Street, Union Square, Market Street.
| Das neue Wahrzeichen von San Francisco: Transamerica Pyramid | Cable Car wird noch immer von starken Männern gedreht. | Aussicht vom Cable Car nach Alcatraz |
Die Golden Gate Bridge bekamen wir kaum zu Gesicht, da sie sich permanent im Nebel versteckte.
In Chinatown finden wir in der Bibliothek gratis Zugang zum Internet für 30 Minuten, von wo aus wir über den bereits in Wien eingerichteten e-mail Account bei hotmail.com eine erste Nachricht an unsere Lieben daheim senden. Die Suche war übrigens gar nicht so einfach, da sich in Kalifornien nicht an jeder Ecke ein Internet-Cafe befindet.
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Wir verlassen am Vormittag San Francisco mit dem von Wien aus vorbestellten Mietwagen und legen die ersten von insgesamt 2.885 Meilen (4.616 km) Richtung Yosemite NP zurück. Dort kaufen wir einen Nationalpark-Pass, der sich bezahlt macht, wenn man, wie wir, mehrere NP's besuchen möchte (US$ 50,- gültig für alle NP's ein Jahr lang pro PKW, egal wie viele Personen). Hier nimmt man keine Kreditkarten, Barzahlung ist gefragt.
Zuerst durchfahren wir den Park, um eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. In Lee Vining finden wir ein preiswertes Quartier ohne Rauchverbot. Auch der Internetanschluss am Fremdenverkehrsamt und das Essen in einem nahe gelegenen Lokal sind für amerikanische Verhältnisse sehr günstig.
| Internetanschluss in Lee Vining |
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Nun besichtigen wir den grandiosen Yosemite NP. Höhepunkte: Bridalveil Fall (Durch den Wind zeigt sich der "Brautschleier" immer wieder anders), El Capitan, Yosemite Fall.
| Ein Foto von vielen des Bridalveil Falls | und noch eines | El Capitan - ein berühmter Kletterberg | Der Yosemite Fall sieht nur im Frühjahr so aus - im Sommer eher mickrig |
Nicht versäumen sollte man den Mono Lake, gleich bei Lee Vining. In dem Salzsee, der Brutstätte für zahlreiche Möwen und Zwischenstation für fast alle Zugvögel ist, gibt es eindrucksvolle Tuffsteingebilde.
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Auf der Fahrt Richtung Nevada entdecken wir in Bishop ein Freilichtmuseum aus der Pionierzeit.
| Ein bisschen Nostalgie im Freilichtmuseum in Bishop | Freier Eintritt, aber Blutzoll (Gelsenüberfall!) |
Jetzt geht es weiter zum Death Valley Nationalpark. Hier sollte man darauf achten, rechtzeitig zu tanken, denn die letzte Tankstelle vor Death Valley ist natürlich extrem teuer!
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| Von nun an wird’s gefährlich! |
Dort muss man die Klimaanlage stellenweise ausschalten (Gefahr der Motorüberhitzung). Das Tal hat einen ganz eigenartigen Reiz. Es ist richtig unheimlich und unvorstellbar heiß. Gnade Gott dem armen Wicht, dem hier Wasser oder Benzin ausgehen!
Nachdem wir das Death Valley zwar schwitzend aber unbeschadet hinter uns ließen, erreichen wir Nevada. Es wird zwar etwas kühler, dafür aber unvorstellbar langweilig. Endlos keine "Gegend", kein Haus, kein Mensch, kein Schwein und nicht einmal eine Kurve. Und dann sind wir auf einmal in Las Vegas.
Das gibt’s ja gar nicht!
Alles ist riesig, bunt, laut und kitschig. Und es ist sehr heiß. Die Hotels sind alle auf "Anzugtemperatur" klimatisiert und draußen herrschen über 30 Grad!
Wochentags kann man in einem der tollen Hotels recht günstig wohnen, zum Wochenende schnellen die Preise explosionsartig nach oben (+ 150-200%; sollte man bei der Terminplanung berücksichtigen). Da wir donnerstags ankamen, buchten wir uns für eine Nacht im "Excalibur" ein, und übersiedelten erst freitags in das von Wien aus vorreservierte Motel.
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Wir besichtigen Las Vegas und sind beeindruckt davon, was sich die Architekten beim Bau der Hotels alles einfallen ließen. Jedes Hotel beschreibt mit seinem Stil eine bestimmte Epoche oder ist ein Abbild eines weltberühmten Bauwerks.
Alle Hotels sind auch gleichzeitig Kasino und viele bieten großartige Shows, welche wieder dem jeweiligen Stil entsprechen.
In einem Einkaufszentrum finden wir kostenlosen Internetzugang, jedoch nur für 15 Minuten.
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Nach so viel Glanz und Kitsch freuen wir uns schon auf den Zion Nationalpark. Die Strecke ist zuerst recht langweilig und wird erst interessanter als wir nach Utah kommen. Der Zion NP entschädigt uns für alle Strapazen (wunderschöne rötliche und weiße Felsformationen).
Auf dem Weg zum Bryce Canyon passieren wir noch den Red Canyon, der wunderschön ist und schon einen kleinen Vorgeschmack auf das bietet, was uns nun erwartet ...
Der Bryce Canyon - einfach unbeschreiblich!!!
Es fehlen einem die Worte, man kann nur staunen.
Wir besuchen den Bryce Canyon NP am Nachmittag und planen einen zweiten Besuch am nächsten Vormittag, da das richtige Licht die Felsformationen erst so richtig zur Geltung bringt.
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Im Vormittagslicht präsentiert sich uns der Bryce Canyon in voller Schönheit. Das war sicher ein Höhepunkt unserer Reise.
Nun geht es weiter Richtung Arches Nationalpark - eine lange Strecke. Aber die Straße ist ein Interstate und führt uns durch eine tolle Landschaft. Wir fahren bis Moab, finden eine günstige Unterkunft (Apache Lodge), wo wir 2 Nächte buchen.
Auch hier "in the middle of nowhere" finden wir in einem Computerladen Internetzugang um US$ 1,50 für 30 Minuten. Offenbar ist es in den Kleinstädten wesentlich einfacher, ins Internet zu kommen als in den großen Metropolen.
Dafür ist hier das Essen zwar sehr gut und scharf, aber auch teuer.
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Der Arches Nationalpark überrascht gleich am Anfang mit großartigen Felsformationen.
Dann kommen wir zu den "Windows". Dazu müssen wir ein bisschen wandern, zwar bergauf und in der Hitze, aber es lohnt sich.
Jetzt fahren wir weiter zum Aussichtspunkt Delicate Arche - wieder bergsteigen und noch heißer. Schließlich wandern wir noch zum Landscape Arche, der eine Spannweite von 93m aufweist, und durchqueren dabei "Devils Garden", der mit einer teuflisch schönen Landschaft aufwartet.
| Delicate Arche | Landscape Arche (Spannweite 93m!) | in Devils Garden | ||
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Da wir unserem Zeitplan einen Tag voraus sind, ändern wir unsere geplante Route und fahren ein Stück zurück, um durch den Glen Canyon (herrlich die verzweigten Wasserläufe) zu fahren. Anschließend kommen wir zu den Natural Bridges (300 Millionen Jahre altes Gestein, durch längst vertrocknete Flussläufe geformt).
Schließlich bewundern wir noch "Mexican Hat", fahren weiter nach Kayenta und sind jetzt mitten im Indianerreservat der Navajos, das heißt absolutes Alkoholverbot, nicht einmal abends ein Bier!
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Weiterfahrt zu Monument Valley - Was für eine Kulisse!
Tolle Fotomotive, die man aus zahlreichen Wildwestfilmen und der Werbung kennt, bieten sich an.
Der Nationalpark wird von den Indianern verwaltet, die dort teilweise sehr schönen Schmuck verkaufen.
Dann geht es weiter nach Page (Lake Powell), wo wir unser Motel vorbestellt hatten, da dies auch ein Urlaubs- und Erholungsgebiet der Amerikaner ist. Und was sehen wir gegenüber? Access to Internet!
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Wir fahren zum Lake Powell und besichtigen den Glen Canyon Dam - ganz großartig.
Eigentlich wollen wir mit dem Boot zur Rainbow Bridge fahren, lassen es dann aber, denn die Preise erscheinen uns einfach verrückt (US$ 80,- pro Person!).
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Fahrt zum Grand Canyon Nationalpark. Diese Größe und Weite schafft unsere Kamera nicht. Also setzen wir 3 Aufnahmen später zu einem Panorama zusammen.
Überwältigt von dem Anblick beschließen wir trotz des Preises von US$ 99,- pro Person einen Helikopterflug über den Grand Canyon zu buchen. Einfach unbeschreiblich!
Schließlich fahren wir weiter nach Williams, eine ganz bezaubernde kleine Stadt an der legendären Route 66.
| Nostalgisches Blechschild |
Hier gibt es viele Dinge aus der Vergangenheit: Alte Eisenbahnen, Kutschen und Antiquitäten. Es gibt von hier auch die Möglichkeit, mit einer dieser Eisenbahnen eine Nostalgiefahrt zum Grand Canyon und wieder zurück zu unternehmen.
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Weiter geht es auf der Route 66 nach Seligman. Hier gibt es eine Menge Kitsch und Nostalgie.
Auf der Strecke nach Kingman, in Hackberry, finden wir noch eine Tankstelle aus den 50ern, verrostete Autos - Zeugen einer vergangenen Zeit. Ein altes Blechschild schwingt quietschend im heißen Wind. Sind wir in einen alten Film geraten?
Da uns Kingman zu modern ist (keine Spur von Nostalgie) und wir noch ein bisschen Western-Atmosphäre genießen wollen, fahren wir weiter in die Berge nach Oatman. Hier wurden einst Goldminen betrieben, und die Zeit ist ganz einfach stehen geblieben.
Im einzigen Hotel gibt es zwar keine Klimaanlage und nichts zu essen, dafür aber das billigste Bier (US$ 1,-- / 0,4l) und einen Geist, der Oatie heißt (In der nach wie vor beziehbaren Honeymoon-Suite haben übrigens Clark Gable und Carol Lombard ihre Hochzeitsnacht verbracht).
Auf der Straße laufen nicht nur Touristen und seltsame Typen, sondern auch Esel (die übrigens in der Einwohnerzahl enthalten sind), Hasen und manchmal auch Klapperschlangen frei umher.
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So weit wie möglich fahren wir auf der Route 66. Manchmal verschwindet sie allerdings im Nichts, und wir müssen auf den Interstate ausweichen. Dann erwischen wir wieder ein Stück der Original-Route und fahren durch die einsamen Gegenden der Mojave-Wüste. Beeindruckend sind die langen Lastzüge der Santa Fee Railways und der Southern Pazifik Railway (immer mehrere Lokomotiven gekoppelt mit ca. 60 - 70 Waggons), welche in Barstow zusammentreffen. Dort angekommen suchen wir uns ein Motel.
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Wir fahren nach Calico Ghosttown, ein altes Westernstädtchen mit Silbermine, das liebevoll restauriert wurde und als Freilichtmuseum erhalten wird.
Weiter geht auf dem letzten erhaltenen Stück der Route 66 über Viktorville nach San Bernardino, wo wir übernachten.
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Los Angeles:
Venice Beach ist eine Enttäuschung. Keine Spur von den "Schönen".
Hollywood = Großstadtverkehr, Stau und keine Parkplätze. Also bezahlen wir US$ 6,- für einen bewachten Parkplatz und wandern am Hollywood Boulevard den Walk of Fame entlang. Wir entdecken viele "alte Bekannte" aus der Film- und Musikbranche. Im Chinese Man Theatre sehen wir die Hand- und Fußabdrücke der Stars. Alles in allem auch eher enttäuschend, von dem so genannten Flair bemerken wir eigentlich nichts.
Ein letztes Mal schreiben wir aus einem Internet-Cafe, welches wir nur durch die freundliche und geduldige Auskunft in einem Computerladen finden, nach Hause (US$ 1,- pro 15 Minuten).
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Heute stehen die Universal Studios auf unserem Programm. Hier sollte man unbedingt die "Studio Tour" machen. Man fährt durch das Studiogelände, wo man Häuser und Kulissen aus bekannten Filmen sieht. Außerdem werden ganz tolle Spezialeffekte geboten:
Auf einer kleinen Freiluftbühne bieten die Tiere der Universal Studios eine entzückende Show.
Richtig dramatisch und aufregend wird es dann bei "Water World" - eine großartige Stunt-Show.
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Heute kommt unser letzter Programmpunkt: Disneyland in Anaheim.
Auf dem Freeway Stau! Schließlich kommen wir aber doch an und fahren vom Parkhaus per Tram zum Eingang (Eintritt US$ 41,- pro Person). Wir machen mit einer ganz entzückenden kleinen Eisenbahn eine Rundfahrt, um einen Überblick zu bekommen. Überall sind viele Menschen und vor allem bei den Attraktionen stehen Schlangen.
Durch Zufall verschlägt es uns in eine großartige 3D-Show. Wir bekommen Brillen und sitzen in einem großen Kinosaal. Nun wird es aufregend. Dinge, Menschen und Tiere fliegen auf uns zu, Ratten laufen über unsere Füße, eine Schlange bedroht uns, ein Löwe will uns fressen, und schließlich werden wir geschrumpft und der Boden wackelt. Das war ganz toll!!!
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Da wir unser Mietauto in San Francisco um 9:15 Uhr übernommen haben, müssen wir den Wagen vor 9 Uhr am Flughafen Los Angeles zurückbringen. Jede Stunde Überzeit würde US$ 15,- kosten. Da unser Flug erst um 16:30 Uhr geht, hängen wir den ganzen Tag am Flughafen herum und üben uns in Geduld. Hier trinken wir das teuerste Bier unserer Reise (US$ 5,- für 0,4l !). Endlich sitzen wir im Flugzeug und treten den Heimflug über Amsterdam nach Wien an (diesmal beträgt die gesamte Flugzeit nur ca. 12,5 Stunden). Wir sind traurig, denn wir wären gerne noch länger geblieben. Unsere Traumreise ist zu Ende.
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